GELENKENTZÜNDUNG 
allergische, paraneoplastische, juvenile Gelenkentzündung, Entzündung im Gelenk

Eine Gelenkentzündung bezeichnet der Arzt als Arthritis.

Der Bewegungsapparat des Menschen besteht aus Gelen ken, Knoc hen, Knorpel, Bänder, Mus keln und Se hnen. Gelen ke haben die Aufgabe, Knoc hen untereinander beweglich zu verbinden.

Man unterscheidet:

  1. "unechte" Gelen ke (Synarthrosen) und

  2. "echte" Gelen ke (Diarthrosen)

Bei den unechten Gelen ken sind zwei Knoc hen lediglich über ein bestimmtes Füllmaterial miteinander verbunden. Der Bewegungsumfang ist gering.
Beispiel: Bandscheiben verbinden die Wirbelkörper miteinander

Ein echtes Gelen k zeichnet sich dadurch aus, daß die Knoc hen durch einen Gelenkspalt voneinander getrennt sind.
In unserem Körper befinden sich verschiedene Gelenktypen. Alle besitzen jedoch folgende Strukturen:

Es liegt auf der Hand, daß ein echtes Gelenk sehr viel häufiger von einer Entzündung betroffen ist.

Wenn Sie genaueres über den Aufbau der Gelen ke erfahren möchten, so können wir Ihnen diese Internetadresse empfehlen: http://www.medizinfo.de/rheuma/anatomie/gelenke.htm

Nun aber zum eigentlichen Thema "Gelenkentzündung"

Betrifft die Entzündung nur ein Gelen k, so spricht man von einer Monarthritis, eine Oligoarthritis betrifft wenige Gelen ke, der Befall fast aller Gelen ke wird als Polyarthritis bezeichnet.

Systematik (= Einteilung) der Gelenkentzündung en:

  1. rheumatoide (= rheumaähnlichen) Gelenkentzündung

  2. infektiöse Gelenkentzündung

  3. reaktive Gelenkentzündung

  4. Arthri tis psoria tica (= Gelenkentzündung bei Schuppenflechte)

  5. Art hritis u rica (= Gelenkentzündung bei Gic ht)

  6. allergische Gelenkentzündung

  7. paraneoplastische (= im Rahmen von Tumoren auftretende) Gelenkentzündung

  8. chronisch juvenile (= jugendliche) Gelenkentzündung

Zu den einzelnen Gelenkentzündung en: 

Ad.1 Die häufigste Form ist in Deutschland die rheumatoide  (= rheumaähnliche) Gelenk entzündung (auch als pri mär chronische Polyarthritis bezeichnet), ca. 0,5% bis 1% der Gesamtbevölkerung in Deutschland leiden an dieser Krankheit. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Häufigkeit der Erkrankung zu, Frauen sind ca. 3 mal häufiger betroffen als Männer. Die rheumatoide Gelenkentzündung beginnt am häufigsten ab dem 35. bis zum 45. und über dem 60. Lebensjahr.

Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche, oft in Schüben verlaufende Er krankung des Binde-, Stütz- und Muskelgewebes mit Hauptmanifestation (= am meisten betroffen) an der Gelenkinnenhaut und an gelenknahen Strukturen (z.B. Schleimbeu tel).
Die Ursache der rheumatoide n Gelenkentzündung ist noch nicht vollständig geklärt. Nachgewiesen ist eine genetische Disposition (= vererbliche Veranlagung), allerdings müssen auch bestimmte auslösende Faktoren vorhanden sein, beispielsweise vi rale Infekte (= durch Viren übertragene, ansteckende Er krankungen), metabol ische Störungen (= Stoffwechselstörungen), endokrine Störungen (= Störungen des Hormonsystems), auch nervöse Einflüsse können eine Rolle spielen. Daraufhin entwickelt sich eine Autoimmunreaktion (= eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems gegen den eigenen Körper). Eine rheumatoide Gelenkentzündung kann sich in unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit,
Gelenkschmerzen in Ruhe, bei Druck oder unter Belastung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder gelegentlich erhöhter Temperatur  äußern. Spezifischere Symptome sind u. a. Morgensteifigkeit der Gelen ke, Schwellungen vor allem der Han d-, Fingergrund- und –mittelgelenke, sowie verschiebliche, weiche Rheumaknötchen unter der Haut, meist an der Streckseite der Gelen ke. Im Spätstadium einer r heumatoiden Gelenkentzündung zeigt sich oft eine starke Deformation (= Verformung, Fehlstellung) und Destruktion (= Zerstörung) der Gelen k e. Auch können (seltener) innere Organe, aber auch die Augen befallen werden.
Neben der Anamneseerhebung (= Erörtern der Krankheitsvorgeschichte) (auch Schmerzanamnese) spielen bei der Diagnose der rheumatoide n Gelenkentzündung en verschiedene bildgebende Verfahren wie das Röntgen eine Rolle. Bei ca. 70-80% der Rheumapatienten läßt sich ein so genannter Rheumafaktor nachweisen. Hierbei handelt es sich um Antikörper, die gegen körpereigene Antikörper gerichtet sind. Allerdings gibt es durchaus Rheumapatienten, bei denen dieser Rheumafaktor nicht nachweisbar ist. Andere Verfahren wie Computertomographie, Kernspintomographie, Szintigraphie spielen eine eher untergeordnete Rolle bei der Diagnose der rheumatoide n Gelenkentzündung.

Eine kausale (= auf die Ursache gerichtete) Therapie der r heumatoiden Gelenk entzündung ist bisher nicht möglich, die Symptome der Krankheit lassen sich aber bei frühzeitiger und adäquater Therapie gut beherrschen. Die symptomatische Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika stellt einen wichtigen Ansatz dar. Diese Medikamente wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen oder Indometacin hemmen die Freisetzung von körpereigenen Entzündungsbotenstoffen und mindern so die Schmerzen. Besonders magenschonend sind in dieser Gruppe die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Oft sind diese Medikamente allerdings nicht ausreichend, zusätzlich müssen sogenannte Basistherapeutika verschrieben werden. Goldpräparate (Tauredon®), Methotrexat (MTX®), Sulfasalazin (Azulfidine-RA®), Chloroquin (Resochin®), D-Penicillamin (Metalcaptase®), Leflunomid (Arava®) oder Azathioprin (Imurek®) sind verschiedene Medikamente aus dieser Gruppe. Die Wirkung tritt erst nach einigen Monaten ein, wegen verschiedener Nebenwirkungen sind regelmäßige Blutbildkontrollen von Nöten. Die Medikamente müssen über längere Zeit, oft sogar auf Dauer, eingenommen werden. Die Gabe von Kortisonpräparaten ist bei Gelenkentzündung ebenfalls eine sehr wirkungsvolle Therapie, die wegen der verschiedenen Nebenwirkungen (Osteoporose, Gewichtszunahme, hormonelle Störungen u.a.) aber meist auf die Phasen des akuten Krankheitsschubes begrenzt wird.
Weitere Therapieansätze bietet die physikalische Therapie: Kälteanwendungen, vorsichtige krankengymnastische Mobilisation, Ergotherapie, Elektrotherapie und Bewegungsbäder sind nur einige der sehr umfangreichen Möglichkeiten.

In schweren Fällen wird auch die intraartikuläre (= ins Gelen k hinein) Injektion von Kortisonpräparaten oder auch radioaktiven Substanzen zur Hemmung der Entzündung angewendet. Hilfreich ist bei Gelenkentzündung auch eine spezielle Schmerztherapie in Form von kontinuierlichen Nerven- und Leitungsblockaden (siehe unten).
Als letztes Mittel stehen auch verschiedene operative Verfahren wie die Synovektomie (= operative Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut), Korrekturoperationen (= Wiederherstellen der zerstörten Gelenkgeometrie), der künstliche Gelenk ersatz oder Gelen kversteifungen zur Verfügung (nach Rössler/Rüther; Orthopädie; Urban&Fischer Verlag, sowie Greten/Schettler; Innere Medizin; Thieme Verlag).

Ad.2 Eine infe ktiöse Gelenkentzündung wird durch eine Infektion (= Ansteckung, Übertragung) mit Bakterien, seltener mit Viren, ausgelöst. Die bakter ielle infektiöse Gelenkentzündung wird auch als ei trige oder sep tische Gelenkentzündung bezeichnet. Sie tritt meist sehr plötzlich mit allen Symptomen einer akuten Entzündung auf. Der Patient hat meist Fieber, das Gelenk ist geschwollen, überwärmt, evtl. gerötet, die Beweglichkeit ist oft eingeschränkt und schmerzhaft. Eine Ursache ist die Übertragung der bak teriellen Erreger auf dem Blutweg. Von einem Streuherd (Mittelohrentzündung, Furunkel, Angina,  Katheterspitze, usw.) ausgehend dringen die Keime in das Gelenk ein und verursachen so die Entzündung. Eine andere Ursache kann der Einbruch ins Gelenk einer in der Nachbarschaft ablaufenden Entzündung sein, z.B. bei einer Osteomyelitis (= Knochenentzündung) oder einer Phlegmone (= eitrige En tzündung in Weichteilgewebe). Allerdings kann auch eine direkte Keimeinschleppung ins Gelenk erfolgen, z.B. bei Verletzungen, bei Injektionen ins Gelenk oder auch bei Operationen.  Therapeutisch muß der Streuherd saniert werden, d.h. der Ursprung der Keime muß entdeckt und behandelt werden. Meist geschieht das mit Antibiotika. Die Gelenkschmerzen können mit nichtsteriodalen Antiphlogistika (Entzündung shemmern) wie z.B. Diclofenac behandelt werden.

Die vi rale (virusbedingte) Gelenk entzündung ist insgesamt sehr selten und dann hauptsächlich auf den Erreger der Ringelröteln (Parvovirus B19) zurückzuführen. Betroffen sind vor allem junge Frauen, häufiger wird dann die (falsche) Diagnose "chronische Polyarthri tis" gestellt. Der Virusnachweis gelingt über die Polymerase-Ketten-Reaktion aus peripheren Leukozyten (= weiße Blutkörperchen) /Knochenmark.
Auch das Rötelnvirus kann zu einer Gelenkentzündung führen. Interessanterweise auch alleine schon durch Impfung im Erwachsenenalter. Desweiteren wäre noch das Hepatitis-C-Virus (HCV) zu nennen.

Ad.3 Bei der rea ktiven Gelenkentzündung sind keine Erreger im Gelenk nachweisbar, ausgelöst wird die Gelenkentzündung durch eine Immunreaktion des Körpers auf eine außerhalb des Gelenk es gelegene Infektion (= Ansteckung, Übertragung). Manche Autoren sprechen deshalb auch von infe ktreak tive n Gelenkentzündung. Wichtig für die Diagnosestellung ist eine genaue Erhebung der in den Wochen vor der Gelenkentzündung durchgemachten Infektionskrankheiten, wie grippale Infek te (= Ansteckungen, Übertragungen), Durchfallerkrankungen u.ä..
Die wohl bekannteste Erkrankung aus der Gruppe der reaktive n Gelenkentzündung ist die durch Zec ken übertragene Lyme Krankheit. Sie wird durch Borrel ien übertragen, die bei einem Zeckenstich bzw. Zeckenbiß in die menschliche Blutbahn gelangen. Nach 4-18 Tagen zeigt sich (nicht immer!) das so genannte Eryt hema chronicum mig rans, eine kreisförmige Rötung um den Zec kenstich herum, die an Größe zunimmt. Daneben treten Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit und Gelenk- sowie Muskelschmerz en auf. Die Diagnose erfolgt über Antikörper im Blut (erst 3 Wochen nach Zec kenstich möglich), allerdings muß schon bei Verdacht auf Borreliose mit Antibiotika behandelt werden. Unbehandelt kann die Krankheit im Spätstadium schwere Schäden der Gelen ke, des Nervensystems und des Herzens hervorrufen. Es sei an dieser Stelle aber nicht verschwiegen, daß die Aussage, bei der Ly me-Art hritis handle es sich um eine reaktive und damit nicht um eine direkte infektiöse Art hritis, kontrovers diskutiert wird. Tatsächlich gelingt es nämlich, aus dem Gelenkpunktat Borrel ien anzuzüchten, allerdings dauert dieser Vorgang mehrere Monate, so daß diese Methode zur Nachweisführung nicht geeignet ist. Bei Verdacht auf eine Lyme Borreliose wird deshalb auf Antikörper getestet.
Eine weitere Form der reaktive n Gelenkentzündung ist das r heumatische Fieber, eine Folgeerkrankung nach einem Infe kt (= Ansteckung, Übertragung) mit Streptokokken, die mit Fieber, Gelen kschmerzen, aber auch Herzbeteiligung oder Hautsymptomen einhergeht. Sie läßt sich über einen im Blut nachweisbaren Antikörper bestätigen (Anti-Streptolysin) und wird mit Antibiotika therapiert.

Bei der indirekte n, postinfek tiöse n Gelenk entzündung können zwar Antigene nachgewiesen werden, der Erreger selbst ist aber nur inkonstant nachweisbar, gleiches gilt für eine lokale (= örtliche) Vermehrung. Diese Form einer Gelenkentzündung findet sich bei Syphilis, nach Virushepatitis (= virusbedingte Leberentzündung) und Enteritis (= En tzündung der Darmwand, meist mit Durchfall und Darmschmerzen einhergehend), hervorgerufen durch den Erreger Yersinia entercolitica. 

Ad.4 Die Psor iasis-Ar thritis ist eine Form der Gelenkentzündung, die in Zusammenhang mit der Psor iasis (Schu ppenflechte) auftritt. Sie verläuft chronisch, kann eines oder auch mehrere Gelenk e betreffen und ähnelt im Verlauf der rheumatoide n Gelenkentzündung. Typisch ist der asymmetrische Befall der Gelenk e, an den Fingern sind oft alle 3 Gelenk e betroffen (so genannte „Wurstfinger“). Die Haut über den betroffenen Gelenk en ist oft verfärbt, es können auch die Kreuzdarmbeinfugen, die Wirbel gelenk e oder andere Gelenk e betroffen sein. Die Therapie der Psori asis Ar thritis ähnelt der Therapie bei r heumatoider Gelenkentzündung.  

Ad.5 Die Gich t-Art hritis (Art hritis u rica) ist eine andere Art der Gelenkentzündung, die durch die Ablagerung von Urat-Kristallen (Harnsäurekristalle) in den Gelenk en ausgelöst wird. Man unterscheidet eine primäre und eine sekundäre Form. Die primäre Form ist erblich, entweder liegt eine vermehrte Bildung oder eine verminderte Ausscheidung von Har nsäure vor. Die sekundäre Gich t entsteht durch ein endogenes (= vom Körper selbst verursachtes) oder exogenes (= von außen zugeführtes) Überangebot an Purinen, den Stoffen, deren Abbauprodukt die Har nsäure ist. Ab einer bestimmten Konzentration im Blut fällt die Harnsäure aus, es kommt zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelen ken. Das erste Gelenk, an dem eine Gich t auftritt, ist fast immer das Großzehengrund gelenk. Die Erstmanifestation (= erstes Krankheitszeichen) erfolgt oft nach einer sehr umfangreichen Mahlzeit oder nach erhöhtem Alkoholkonsum, aber auch nach einem Infekt (= Ansteckung, Übertragung), Trauma (= Verletzung) oder Streßsituationen. Meist tritt der Schmerz nachts auf und kann über Stunden, Tage oder Wochen andauern. Es kommt oft zur Bildung von Gich ttophi (= Gich tknoten), in denen die Urat-Kristalle angehäuft sind, meist findet man sie im Ohrknorpel oder am Großzehengrund gelenk.
Die Diagnose erfolgt über die Beschreibung der Art und Lokalisation der Schmerzen, der Untersuchung der Gelenk e, der Bestimmung des Harnsäurespiegels im Blut (über 7 mg% bei Männern, 6 mg% bei Frauen) und über Röntgen-Aufnahmen. Die Therapie muß auf verschiedenen Wegen angegangen werden. Zuerst ist eine purinarme Diät sowie Alkoholkarenz (= Verzicht) wichtig. Als Basistherapie werden Medikamente verwendet, welche die Harnsäuresynthese im Körper hemmen (Urikostatika, z.B. Allopurinol), aber auch Medikamente, welche die Ausscheidung der Härnsäure über die Niere erhöhen (Urikosurika, z.B. Benzbromarom). Im akuten Gich tanfall wird sowohl mit nichtsteroidalen Antiphlogistika als auch mit dem Entzündungshemmer Colchizin behandelt (nach Rössler/Rüther; Orthopädie; Urban&Fischer Verlag)

Ad.6 Die so genannte allergische Gelenkentzündung entsteht meist aufgrund einer Unverträglichkeitsreaktion, häufig gegenüber Medikamenten. Hiervon sind vor allem Jugendliche betroffen, oft sind die Kn ie gelenk e befallen. 

Auch verschiedene Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion können mit einer Gelenkentzündung einhergehen. Wechselbeziehungen bestehen zwischen Gelenkverschleiß (Arthrose) und Art hritis. 

Ad.7 Dann gibt es noch die sog. paraneoplastische Gelenkentzündung, als Folge bzw. im Gefolge einer Tumorerkrankung. Im weitesten Sinne handelt es sich hierbei eigentlich auch um eine reaktive (tumorreak tive) Gelenkentzündung. Gar nicht so selten treten die Symptome (= Krankheitszeichen) der Art hritis sogar zuerst auf. Die Gefahr, daß der Tumor (zunächst) übersehen wird, ist natürlich groß.
An eine paraneoplastische Gelenkentzündung muß besonders bei folgenden Tumor-Formen gedacht werden:

Ad.8 Der Vollständigkeit halber müssen auch die verschiedenen chronisch juvenile n (= jugendlichen) Gelenkentzündung en erwähnt werden. Da diese Art hritis-Form in der Schmerztherapie nur eine untergeordnete Rolle spielt, beschränken wir uns auf die Weiterleitung zu einer hierfür kompetenten Internetseite, klicken Sie dazu hier: http://www.arth ritis.ch/dt/ra/disease/juvenile.html.

Im Verlauf einer chronischen Gelenkentzündung (= über einen längeren Zeitraum bestehende Gelenkentzündung) sind die Spätfolgen meist Funktionsverluste (= Zerstörung bestimmter Gelenk sbestandteile), Fehlstellungen (= die Geometrie der Gelenk e wird verändert), Kontrakturen (Verkürzungen bestimmter, die Gelenk umgebenden Weichteilstrukturen, die zu einer Bewegungseinschränkung  führen) und Ankylosen (= Gelenk versteifungen) (nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de). 
 

Spezielle Schmerztherapie bei Gelenkentzündung:

Persistierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei einer Gelenkentzündung leider oftmals sehr hartnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerztherapie.

Sehr bewährt hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel), insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenblockade n mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Symphatikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab. Hinzu kommt die überaus wichtige Tatsache, daß bei einer verbesserten, lokalen (= örtlichen) Durchblutung auch spezifische Medikamente (im Falle der infek tiösen Gelenkentzündung Antibiotika, evtl. antivi  rale Substanzen oder auch Antimykotica (= Mittel gegen Pilze)) viel besser und effektiver wirken können.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    : Knieschmerzen und teilweise Sprunggelenkschmerzen

  2. Gegen Hüftgelenkschmerzen kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.

  3. N. ischiadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesä ß, den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsbereiche:
    Gelen ke im Fu
    ßbereich

  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Obera rm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. interskalenäre Zugang).
    Anwendungsbereiche: Ellenbogenschmerzen und Handgelenkschmerzen, auch Fin
    gerschmerzen, in der sog. retrograd hohen Variante oder beim interskalenären Zugang auch Schulterschmerzen.

Hier gelangen Sie zu den einzelnen, ausführlicher dargestellten Formen einer Gelenkentzündung (Arthri tis):

Psori asis-Gelenkentzündung, Ly me-Gelenkentzündung, Gelenkentzündung bei Gicht, infektiöse Gelenkentzündung, eitrige Gelenkentzündung, infektreaktive Gelenkentzündung, virale Gelenkentzündung, rheumatoide Gelenkentzündung

Aktualisiert: 04.08.05
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L LeibschmerzenLeistenschmerzen, Lendenschmerzen, Lendenwirbelsäulenschmerzen, Lunatumnekrose (www.lunatumnekrose.com), Lymphstau (www.lymphstau.com)
M
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N
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O OberarmschmerzenOberbauchschmerzen, Odontalgie, Ohrenschmerz, Oberschenkelschmerzen, Ohrschmerzen (www.ohrschmerzen.de), Organschmerzen, Orofaziale Schmerzen, Otalgie, Osteoporose (www.osteoporose-1.de), Osteoporoseschmerzen (www.osteoporoseschmerzen.de)
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T Tendopathie (www.tendopathie.de), Tendinitis calcarea
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V
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W
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Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

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www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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